21. Februar 2015 6 21 /02 /Februar /2015 06:32

Die Quebrada de Las Gachas
Der „Fluss der fünf Farben“ wird er genannt und für viele ist er der Schönste, oder zumindest der Bunteste Fluss der Welt. Die Rede ist vom Caño Cristales. Im Herzen Kolumbiens und eingebettet in den Gebirgszug La Macarena liegt dieses Naturwunder. In der zweiten Jahreshälfte sorgen die blühenden Algen (Macarenia clavigera) dafür, dass dieser Fluss in allen Farben des Regenbogens nur so schimmert. Doch das Departement Meta liegt fernab von guter Infrastruktur und Zivilisation, sodass ein Besuch gar nicht so leicht zu verwirklichen ist, bzw. mit einem hohen Kosten- und Zeitaufwand verbunden ist.

Deswegen möchten wir uns einmal ein anderes Naturschauspiel etwas näher betrachten. Dieses liegt ganz im Süden des schönen Departements Santander - die „Quebrada Las Gachas“. Sie liegt südlich von der kleinen Gemeinde Guadalupe, eingebettet in die sattgrüne, hügelige Landschaft mit einem atemberaubenden Blick auf die Andenkordilleren. Beginnen wir mitten im Dorf. Mächtig Eindruck macht der Hauptplatz mit seinen mehr als 20 Königspalmen, die den Park vor der Kathedrale säumen. Das Dörfchen ist typisch für Santander, niedrige weiß getünchte Häuser, rote Dachziegeln, mit Steinen gepflasterte Straßen, Sonne satt und wie immer freundliche Einwohner. Ein Spaziergang durch die ländliche Umgebung führt uns nach etwa einer Stunde und zurückgelegten 4 km zu unserem Ziel - das Flüsschen Las Gachas. Mittlerweile der Hitze ausgesetzt, sehnen wir uns nach einem Bad. Die natürlichen Vertiefungen, die wie Jacuzzis anmuten bieten uns eine tolle Kulisse zum Abkühlen.

Hier sehen wir ein ähnliches Bild wie im Caño Cristales. Jedoch wird hier die rötliche Farbe nicht durch Algen erzeugt, sondern die Eisenoxide in den Felsen sorgen dafür, dass der Fluss rot zu schimmern scheint. Was den Vorteil hat, dass man ganzjährig das Farbenspiel genießen kann. Die Farben erscheinen klarer, wenn es ein paar Tage keinen Regen gegeben hat. Skurrile Aushöhlungen in dem felsigen Flussbett werden als Jacuzzis genutzt. Die Vertiefungen können 2 bis 6 Meter erreichen und dienen wunderbar dazu sich gemütlich hinein zu setzen und das kristalline Wasser zu genießen. Laut Geologen konnten sich diese Ausformungen vor Jahrtausenden durch verstärkte vulkanische Aktivitäten formen. Außerdem ist auch die tektonische Plattenverschiebung innerhalb des nördlich gelegenen Canyons Chicamocha dafür verantwortlich. In diesem steinernen Flussbett finden wir mehr als 100 dieser Krater vor. Ein skurriles Bild, eine Mondlandschaft angereichert mit Vegetation und Wasser, fast nicht von dieser Welt.

Und das ist nicht die einzige Augenweide in der Umgebung von Guadalupe. Für weitere Erkundungen bieten sich die Flüsse, Wasserfälle und Höhlen, wie zum Beispiel der „Salto La Llanera“ oder die Höhlen „Perico“ und „Indio“ an. Nur um im Umkreis des Dörfchens spazieren zu gehen, mit dem Blick auf die Andenkordilleren, ist es wert diesen Ausflug zu unternehmen. Auch zum Kulturzentrum und zur Hauptkirche von Guadalupe lohnt sich ein Besuch.

Im kleinen Rahmen gewannen diese Aushöhlungen durch ihre Seltenheit an Popularität. Es ist diesem magischen Ort und seinem Landschaftsbild nicht abzusprechen, dass dieser durch seine Ruhe, nur unterbrochen durch das Zwitschern von Vögeln und das Muhen der Kühe einen besonderen Effekt auf uns hat.

Las Gachas - SantanderLas Gachas - SantanderLas Gachas - Santander
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Las Gachas - Santander

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